Aida Bajramović
Team Leader Wirtschaftsverein BiH Dienstleistungen
+387 33 295 917 aida.bajramovic@ahk.baDie Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina zeigt Widerstandsfähigkeit: Die Mehrheit der Unternehmen plant stabile Geschäftsentwicklungen und neue Investitionen
Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina (AHK BiH) führte auch in diesem Jahr eine Wirtschaftsumfrage im Rahmen des Netzwerks der deutschen Auslandshandelskammern durch, die seit 2006 in den Ländern Mittel- und Osteuropas durchgeführt wird. Die Umfrage umfasst die Bewertung der wirtschaftlichen Lage, der Geschäftserwartungen sowie der Qualität des Geschäftsumfeldes aus der Perspektive von Unternehmen, die in Bosnien und Herzegowina tätig sind.
An der Umfrage für das Jahr 2026 nahmen insgesamt 37 Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftssektoren teil, darunter Produktion, Dienstleistungen und Handel. Die Ergebnisse zeigen, dass der Unternehmenssektor trotz zahlreicher Herausforderungen weiterhin ein gewisses Maß an Optimismus hinsichtlich der eigenen Geschäftsentwicklung und Investitionspläne beibehält.
Mehr als die Hälfte der Befragten (51 %) bewertet die aktuelle wirtschaftliche Lage in Bosnien und Herzegowina als zufriedenstellend, während fast 60 % der Unternehmen erwarten, dass die wirtschaftlichen Perspektiven im Jahr 2026 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr bleiben werden. Hinsichtlich der eigenen Geschäftstätigkeit erwartet mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer Stabilität oder eine Verbesserung der Geschäftsergebnisse im Vergleich zum Jahr 2025.
Positive Erwartungen wurden auch in Bezug auf Investitionen und Beschäftigung verzeichnet. Insgesamt planen 43 % der Unternehmen eine Erhöhung ihrer Investitionsausgaben im Jahr 2026, während fast die Hälfte der Befragten mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl rechnet. Gleichzeitig geben 80 % der Umfrageteilnehmer an, Bosnien und Herzegowina erneut als Investitionsstandort wählen zu wollen. Dies bestätigt, dass Unternehmen trotz bestehender Herausforderungen weiterhin das Potenzial des heimischen Marktes erkennen.
Zu den wichtigsten Vorteilen Bosnien und Herzegowinas als Wirtschaftsstandort zählen aus Sicht der Unternehmen vor allem die günstige geografische Lage und die Nähe zum Markt der Europäischen Union, wettbewerbsfähige Arbeitskräfte, niedrigere Betriebskosten sowie die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen zugleich eine deutliche Unzufriedenheit mit bestimmten Bereichen des Geschäftsumfeldes. Die schlechtesten Bewertungen wurden in den Bereichen Korruptions- und Kriminalitätsbekämpfung, politische und gesellschaftliche Stabilität, Rechtssicherheit sowie Effizienz der öffentlichen Verwaltung verzeichnet. Eine große Zahl der Befragten bewertet außerdem das Steuersystem sowie die Höhe der Steuerbelastung negativ.
Andererseits wurden vergleichsweise positivere Bewertungen im Bereich der Infrastruktur festgestellt, insbesondere bei Kommunikationsdienstleistungen und der Energieversorgung, während die Ergebnisse im Bereich des Arbeitsmarktes überwiegend durchschnittlich ausfielen.
Im Hinblick auf den europäischen Integrationsprozess betrachtet die Mehrheit der Unternehmen diesen weiterhin als wichtigen Faktor für die Geschäftstätigkeit und die langfristige Entwicklung des Marktes. Die Einschätzungen zu konkreten wirtschaftlichen Vorteilen sowie zur Verfügbarkeit öffentlicher und EU-Fördermittel bleiben jedoch geteilt.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Unternehmen in Bosnien und Herzegowina trotz des komplexen politischen und wirtschaftlichen Umfelds einen moderaten Optimismus bewahren und weiterhin Investitionen sowie die Weiterentwicklung ihrer Geschäftstätigkeit planen. Gleichzeitig besteht ein klarer Bedarf an einer weiteren Verbesserung des Geschäftsumfeldes und der institutionellen Stabilität.
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