Wirtschaftsumfrage 2010
Firmen unzufrieden mit den Maßnahmen der Regierung zur Bewältigung der Wirtschaft- und Finanzkrise
In diesem Jahr hat die Delegation der Deutschen Wirtschaft in BuH gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der deutsch-bosnisch-herzegowinischen Wirtschaftsbeziehungen zum sechsten Mal die Konjunkturumfrage durchgeführt, an der deutsche Firmen, die in BuH tätig sind, Mitgliedsunternehmen des Vereins und bosnisch-herzegowinische Firmen mit geschäftlichen Kontakten zu deutschen Firmen. An der Umfrage haben 57 Firmen teilgenommen: 41% der befragten Firmen kommen aus dem Handelssektor, 27% aus dem Dienstleistungssektor, 23% aus dem produzierenden Sektor und 7% aus der Bauwirtschaft.
Die diesjährige Umfrage zeigt, dass 74% der befragten Unternehmen die gegenwärtige Wirtschaftslage in BuH als schlecht bewerten. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in BuH in 2010 erwarten 53% der befragten Firmen diese Entwicklung schlechter als im Vorjahr.
Gleichzeitig bewerten 62% der befragten Unternehmen die gegenwärtige Geschäftslage Ihres Unternehmens als befriedigend. Das Niveau der Zufriedenheit ist etwas niedriger als im Vorjahr (63%). Auch bei der Bewertung der Aussichten für die Geschäftslage Ihres Unternehmens in 2010 erwarten 46% der befragten Unternehmen eine Verbesserung was im Vergleich zum Vorjahr (35%) als optimistisch charakterisiert sein kann.
Bei 63% der befragten Unternehmen ist der Gesamtumsatz in 2009 im Vergleich zu 2008 gesunken, in 2010 erwarten 46% der Unternehmen eine Steigerung des Umsatzes.
39% der befragten Unternehmen hatten eine Senkung der Investitionsausgaben in 2009 als im Vorjahr, wobei gleichzeitig 28% der Unternehmen höhere Investitionsausgaben hatten. In 2010 haben 31% der Unternehmen vor, die Investionen zu erhöhen, während 29% der Unternehmen die Investitionen senken wollen.
Hinsichtlich der Einstellung der Arbeitnehmer nur 16% der teilnehmenden Unternehmen wird in 2010 die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen und bei 66% bleibt sie unverändert im Vergleich zum Vorjahr.
Bei der Bewertung der Rahmenbedingungen zeigten die Firmen, dass sie vor allem mit der politischen Stabilität im Land, der Bekämpfung von Korruption und Kriminalität und der Effizienz der öffentlichen Verwaltung unzufrieden sind. Im Vergleich zur Umfrage aus dem letzten Jahr ist der neue Faktor der Unzufriedenheit der Unternehmen die politische Stabilität im Land. Alle drei Faktoren sind nach der Intensität der Unzufriedenheit größer im Vergleich zur letztjährigen Umfrage.
Relativ hohen Grad an Zufriedenheit zeigten die Unternehmen wie im letzten Jahr bei der Bewertung der Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer, der Produktivität und der Qualifikation der Arbeitnehmer.
Politische Stabilität, Bekämpfung von Korruption und Kriminalität und Rechtssicherheit sind, wie auch im Vorjahr, drei wichtigste Rahmenbedingungen für eine Investitionsentscheidung.
Beim Vergleich verschiedener Länder im Hinblick auf die Attraktivität als Investitionsstandort, haben die Teilnehmer der Umfrage, wie auch im letzten Jahr, Deutschland am besten bewertet. BuH hat sich verbessert und vom zwölften auf den zehnten Rang gesprungen. Die Nachbarländer verzeichneten auch eine Zunahme an Attraktivität, so dass Kroatien vom siebten auf den fünften und Serbien vom sechzehnten auf den dreizehnten Rang geklettert sind.
Auf die Frage über die Effekte der Implementierung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit der EU antworteten 31% der befragten Unternehmen, dass es positive Effekte beim Geschäftsbetrieb gab. Aber 64% der Befragten spürten keine Effekte. Die Umfrage aus dem Vorjahr zeigt, dass sogar 77% der Unternehmen positive Effekte beim Geschäftsbetrieb erwarteten.
Die bisherigen Maßnahmen der Regierung BuH zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise wurden von 73% der Teilnehmer der Umfrage als überhaupt nicht zielführend und ausreichend bewertet.
Auf die Frage über die Nutzung der Hilfsangebote im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise, antwortete die Mehrheit der Teilnehmer, dass für sie diese Angebote nicht verfügbar waren. So hatten 63% der Teilnehmer angeführt, dass für sie die Kapitalzuführung nicht verfügbar war; für 62% der Teilnehmer waren zusätzliche Exportförderungen nicht verfügbar; für 58% der Teilnehmer waren die zusätzlichen Aufträge aus staatlichen Investitionsprogrammen nicht verfügbar, und 57% hatten keine Möglichkeit der Nutzung von Kurzarbeit.
Die kompletten Ergebnisse finden sie hier.
Den Konjunkturbericht für Mittel- und Osteuropa in englischer Sprache finden Sie hier.
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